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Archive für 17.4.2008

Olympia-Sponsoren in der Klemme

O jeh, die armen Audi-Manager! Wollten ihren neuen Geländewagen werbewirksam im Basislager am Fuße des Mount Everest präsentieren, wenn die olympische Fackel vorbeikomt. Nun dürfen keine Journalisten hin und aus der schönen Show wird nix. Und chinesische Muskelmänner in Adidas-Klamotten kommen auch nicht so gut. Adidas, CocaCola, Samsung, McDonalds und Volkswagen haben ein Problem: Machen sie als Hauptsponsoren bei den Olympischen Spielen business as usual, kommt das im Westen nicht gut an. Ziehen sie sich zurück, kriegen sie Ärger mit dem IOC und vor allem mit Peking. Eine Zwickmühle. Die ganze Geschichte hat Karl Zawadzky bei DW-World.

“tagesschau.de” im Visier der chinesischen Blogger

tagesschau.jpg“Was meinen Sie, soll der Fackellauf abgebrochen werden? Ja - Nein - ist mir egal” - wollten die Macher von Tagesschau.de von ihren Lesern wissen. Normalerweise kommen rund 2.000 Klicks auf eine solche Umfrage, doch diesmal waren es 200.000 - pro Stunde. Das Geheimnis war schnell gelüftet: Über 7.000 chinesische Webseiten erklärten ihren Lesern: “Nehmen Sie sich drei Minuten Zeit und stimmen sie mit ab, teilen Sie der Welt unsere Stimme mit.” Und weil der Durchschnittschinese selten deutsch kann, wurden detaillierte Klickanweisungen direkt mitgeliefert: “Denken Sie daran, klicken Sie nichts Falsches an!” Nachzulesen ist diese Geschichte unter anderem in der chinesischen Auslandszeitung Epoch Times Deutschland.

Derweil macht meine Kollegin Danhong Zhang aus der China-Redaktion Karriere, sie wird neuerdings von immer mehr Fernsehsendern eingeladen, weil sie eine sehr differenzierte Sichtweise hat und nicht schwarz und weiß malt. Um die Gefühlslage der Chinesen zu verstehen, müsse man auch ein wenig in die Historie schauen, meint sie. Tibet war jahrhundertelang ein selbstverwaltetes Gebiet unter dem Protektorat des chinesischen Kaisers, chinesische Prinzessinnen pflegten tibetische Könige zu ehelichen etc.. Als die letzte Dynastie 1912 unterging und die Wirren des Bürgerkriegs ausbrachen, interessierte sich kein Mensch für Tibet. Der damalige Dalai Lama nutzte das, um die Unabhängigkeit Tibets auszurufen. Doch leider versäumte er es, im Völkerbund, dem Vorläufer der Vereinten Nationen, Reklame für sein Land zu machen. Kaum ein Land erkannte den neuen Staat an. So sei zu erklären, dass es die Chinesen 1950 als völlig selbstverständlich angesehen haben, das Land zu annektieren: In ihrem Selbstverständnis habe Tibet schon immer zu China gehört, meint Danhong. Fazit: Beim Mittagessen in der Kantine wird man nicht nur satt, man lernt auch noch was.

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