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Archive für 14.3.2008

Unter der Steuerknute

geld.jpg Im Mittelalter haben die Menschen über den Zehnten gestöhnt, der bekanntlich des Königs war. Ach was waren das für goldige Zeiten! Die OECD hat in dieser Woche einen Ländervergleich der Steuerbelastung herausgebracht. Die Ergebnisse für Deutschland sind beschämend: Gering- und Durchschnittsverdiener werden vom deutschen Steuer- und Abgabensystem am stärksten belastet. Von 100 Euro Arbeitskosten kamen bei einem alleinstehenden Durchschnittsverdiener 2007 nur 47,80 Euro an, heißt es in der OECD-Studie. Die restlichen 52,20 Euro wurden an Steuern und Abgaben abgeführt. In den 30 OECD-Staaten ist die Belastung nur in Belgien und Ungarn noch größer. (Eine Zusammenfassung der Studie findet sich hier. ) Mit anderen Worten: Der Steuerstaat quetscht vor allem die Mittel- und Geringverdiener aus, die Reichen werden entlastet. Ab etwa 65.000 Euro Jahreseinkommen ist die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland regressiv - wer mehr verdient, muss davon immer weniger abgeben. Gut verdienende Singles müssen deutlich weniger abführen als noch im Jahr 2000. Besonders weit über dem OECD-Mittel liegt in Deutschland die Abgabenlast für Alleinerziehende mit geringem Einkommen (zwei Kinder und 2/3 des Durchschnittslohns von 40.000 Euro). Für diesen Personenkreis liegt die Abgabenquote im OECD-Mittel um rund 80% unter deutschem Niveau. Schuld daran hat die so genannte kalte Progression. Sie frisst Lohnerhöhungen teilweise wieder auf, weil Arbeitnehmer mit ihr automatisch in höhere Besteuerungen rutschen. Bei Gering- und Normalverdienern sei deshalb von der Steuerentlastung 2001 von zwei Prozentpunkten wegen der Teuerung und geringer Reallohnzuwächse fast nichts mehr übrig, erklärte die OECD.

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