Archive for October, 2007

Kann das Web 2.0 noch sozialer werden?

Tuesday, October 30th, 2007

Martin Weigert stellt auf Zweinull.cc eine interessante Frage: “Seit zwei bis drei Jahren gehören soziale Web-2.0-Anwendungen zum Alltag vieler Internetnutzer. An jeder Ecke des Mitmach-Netzes wird sich mit Gleichgesinnten getroffen, kommuniziert und geteilt. Ob nun in Social Networks, bei Social-Bookmarking- oder Social-News-Diensten, in Blogs oder auf Videoportalen, in Musik-Communities oder auf Empfehlungsplattformen – die soziale Komponente des Web 2.0 ist allgegenwärtig. Doch entwickelt sie sich eigentlich noch nennenswert weiter?” Gute Frage, Herr Weigert. Und vor allem: Erleichtert das meinen Alltag oder sind das alles Dinge, ohne die man notfalls auch leben kann? Hier sein ganzer Artikel.

Der globale Buzz-Verstärker

Monday, October 29th, 2007

Jochen Mai hat auf wiwo.de ein interessantes Dossier zusammengetragen: “Wie das Internet Ihr Image ruiniert – oder poliert”. Seine These: Bald werden wir uns kennen, bevor wir uns kennenlernen. Das Internet speichert alles und vergisst nichts. Der Austausch von Visitenkarten wird künftig nicht mehr nötig sein. “Sagen Sie nichts, ich kenne Sie, ich habe Sie gegoogelt.” Das habe Folgen für Privatleben, Beruf und Karriere, schreibt Mai. Schlau sei deshalb derjenige, der sein Image im Netz aufpoliert, bevor es andere ruinieren. Und ein Fünf-Punkte-Programm liefert der Autor gleich mit.

Al Gore tingelt und kassiert

Tuesday, October 23rd, 2007

al-halo-gore.gifSeit Monaten reist Al Gore um die Welt, um die Menschheit vor den Folgen des Klimawandels zu warnen. Heute war er erstmals als Friedensnobelpreisträger in Berlin. Erst traf er Angela Merkel, danach hielt er einen Vortrag er auf dem Klimakongress des Energiekonzerns EnBW. Doch Journalisten durften nicht über den Vortrag berichten. Nur aus dem etwa fünfminütigen Eingangsstatement durfte zitiert werden – danach mussten Kamerateams und Fotografen die Veranstaltung verlassen oder ihre Gerätschaften außerhalb des Vortragsaals abgeben. Ein Vortrag unter Ausschluss der Öffentlichkeit? „Aus urheberrechtlichen Gründen“, erklärt der Veranstalter. Denn Al Gore lässt sich seine Wahrheiten teuer bezahlen, man spricht von 180.000 Euro. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt! Allerdings wurde inzwischen bekannt, dass Gore seine Gage “zu 100 Prozent” einer Stiftung spenden will.

Second Life: Wie kommt T-Com in die Top-Twenty?

Wednesday, October 10th, 2007

Die Antwort aus dem schon älteren Newsletter der Absatzwirtschaft vom 18.07. ist einfach: Durch Geld: „T-Com bezahlt das Verweilen auf einer Liegematte ebenso wie die paar Minuten Tanz. Da der reale Wert des Honorars gering ist, bleibt die Investition überschaubar. So rückt sich der Konzern ins Blickfeld der Second-Life-Community, erhöht die Reichweite und platziert die eigene Marke prominent in der 3-D-Welt.“

BITKOM vergibt Internetpreis

Wednesday, October 10th, 2007

Sechs innovative mittelständische Unternehmen stehen in der engeren Wahl für den Deutschen Internetpreis 2007. Das hat der Bundesverband BITKOM heute in Berlin mitgeteilt. Eine unabhängige Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft hat die Finalisten unter mehr als 300 Anmeldungen ausgewählt. Die Sieger dies deutschen IT-Wettbewerbs werden am 6. November in Düsseldorf ausgezeichnet. Drei Gewinner erhalten Geldpreise von insgesamt 60.000 Euro. An der Endrunde des Wettbewerbs nehmen folgende IT-Firmen teil, die sich meist gemeinsam mit einem Kunden (Referenzanwender) beworben haben:
1.) [di] digitale Informationssysteme GmbH, Mannheim (selbst genutzte Intranet-2.0-Anwendung)
2.) e.Consult AG, Saarbrücken (Dokumentenmanagement-System, Anwender: Anwaltskanzlei Hörnlein & Feyler, Coburg)
3.) GFR Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH, Verl (Internetbasierte Gebäudeplanungs-Software, Anwender: Boyd Regeltechnik GmbH, Halle/Saale)
4.) GPSoverIP GmbH, Schweinfurt (GPS-Fuhrpark-Analyse in Echtzeit, Anwender: Metz Reisen, Schwebheim)
5.) metaio GmbH, München (Fotorealistische Einrichtungsplanung für Wohnräume per Internet-Browser, Anwender: SHD Kreative Planungs-Systeme GmbH & Co. KG, Andernach)
6.) Value5 Dialogmanagement GmbH, Berlin (Steuerung von Serviceanfragen mit virtuellem Kundendienstbüro, Anwender: Haufe Service Center GmbH, Freiburg)
Der Deutsche Internetpreis wird zum achten Mal verliehen. Damit werden beispielhafte IT-Lösungen gewürdigt, die sich bereits in der Praxis bewährt haben. Schirmherr ist Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Wettbewerbspartner sind die Unternehmen Datev, Fujitsu Siemens Computers, Microsoft, Oracle und PricewaterhouseCoopers.

Die besten Blogs gesucht

Tuesday, October 9th, 2007

bob.jpgEs ist mal wieder soweit: Mein Arbeitgeber sucht die besten Blogs in zehn Sprachen. Einzelheiten kann man hier nachlesen.

arp museum: Viel Architektur, wenig Arp

Sunday, October 7th, 2007

arpmuseum.jpgAn einem sonnigen Herbsttag mit knallblauem Himmel sind zwei Sujets besonders dankbare Fotomodelle: Der Laubwald und die moderne Architektur. Also sind wir los zum arp museum am Bahnhof Rolandseck am Rhein, kurz hinter dem südlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens oder andersherum im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz. Wenn die elend viel befahrene Bundesstraße B 9 nicht wäre, könnte man glatt von einem idyllischen Fleckchen sprechen. Der Bahnhof Rolandseck ist für rund sieben Millionen Euro restauriert worden, und nun erhebt sich am Hang darüber ein Neubau, der rund 24 Millionen gekostet hat und Hans Arp gewidmet ist. Der Eintritt kostet acht Euro für Erwachsene – aber die sollten nicht allzuviel Arp erwarten. Böse Zungen sagen, dafür habe das Geld nicht gereicht, aber es ist wohl eher so, dass viele seiner Werke in Privatbesitz sind und der Mann zu Lebzeiten auch nicht genug Geld hatte, seine zahllosen Formen mit Bronze ausgießen zu lassen. Nun erhebt sich ein akademischer Streit darüber, ob seine posthum ausgegossenen Formen noch echte Arp-Plastiken sind oder Repliken. Egal. Interessanter ist m. E. die Architektur von Richard Meier. Der Mann hätte sich eigentlich nach dem Bau seines Getty-Museums in Los Angeles zu Ruhe setzen können, aber hier hat er einen Traum in Weiß in die Landschaft gesetzt, mit klaren und strengen geometrischen Formen, in dem selbst blutigen Laien wie mir ganz passable Architekturfotos gelingen. Schön ist auch, dass das Personal offenbar keine Anweisungen hat, das Fotografieren zu verbieten, und schön ist auch die Terrasse des Bistrots im Bahnhof Rolandseck mit Blick auf den Rhein. Einziger Nachteil: Dort ist Nachmittags keine Sonne mehr. Aber mit diesem Manko müssen alle linksrheinischen Zeitgenossen leben. Das versuchen die natürlich, mit Spott und Häme zu kompensieren. So lächeln die linksrheinischen Kölner über die Deutzer und die Bonner über die Beueler. Manche behaupten sogar, am rechten Rheinufer begänne schon Sibirien. Nix da – bei uns scheint noch die Sonne, wenn Ihr schon längst im Dunkeln sitzt!

Hinter Köln beginnt nicht die Hölle

Wednesday, October 3rd, 2007

meisner.jpg Eigentlich ist ja etwas Journalistenschelte angebracht. Joachim Kardinal Meisners Satz, der ihn für die Medien abschussreif gemacht hat, lautete: “Dort, wo die Kultur von Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet.” Er hat also nie von “entarteter Kunst” gesprochen, wie das die Medien gerne verkürzt darstellen. Das Verb “entarten” (nicht das Adjektiv im Zusammenhang mit Kunst) kann wohl schlecht aus dem deutschen Wortschatz gestrichen werden, es steht nach wie vor im Duden, also wird man es wohl weiterhin gebrauchen können. Andererseits: Woher nimmt dieser Mann das Recht zu fordern, Kunst müsse immer einen Gottesbezug haben? Kein Künstler wird sich diese Bevormundung gefallen lassen. Hätten sie es bislang getan, wäre die Kulturgeschichte bestimmt um viele Kunstwerke ärmer. Oder, wie es in einem Leserbrief im Bonner General-Anzeiger heißt: “Die Anmaßungen mancher Kirchenoberen sind gelegentlich unerträglich. Die Kirche hat die Kunst, die Menschlichkeit und die Solidarität unter den Menschen nicht allein gepachtet. Menschen außerhalb der Kirche sind nicht ohne Moral und Ethik. Hinter Köln beginnt nicht die Hölle!”

Websuche und Ergebnis auf netzwerkanalytisch

Tuesday, October 2nd, 2007

Eine tolle Suchmaschine diese KartOO (http://www.kartoo.com/)! Du gibst wie gewohnt deinen Suchbegriff ein und als Ergebnis bekommst du eine Karte. Ich habe da nach „wenkelblog.com“ suchen lassen …

Nachtrag zu Second Life

Monday, October 1st, 2007

Immer mehr Unternehmen glauben offenbar, in Second Life unbedingt werben zu müssen, nur um beim Web 2.0 dabei zu sein. Wer’s partout nicht lassen kann, dort eine zweite Existenz aufzubauen, kann jetzt virtuelle Sport-Trikots der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in SL erwerben und an einer (realen) Verlosung von irgendwelchen Preisen teilnehmen. Ich kann mich nur wiederholen: Es gibt Dinge, ohne die man notfalls auch leben kann. Der Medienhype über SL vom Frühjahr ist übrigens merklich abgeklungen. Liegt vermutlich daran, dass nur rund 0,0001 Promille der globalen Netzgemeinde sich tatsächlich in diesem virtuellen Planetopia aufhält. Wer es genau wissen will, sollte den – allerdings schon etwas älteren – Artikel von Patrick Breitenbach lesen.