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Archive für Januar 2007

Terror 2.0 dank Web 2.0 (II)

Google hat offenbar auf die Vorwürfe, Terroristen könnten Satellitenfotos von Google Earth oder Google Maps für das Ausspähen von Angriffszielen ausnutzen, reagiert. Jedenfalls schreibt das ein Journalistenblog, dem das Ganze aber nun auch wieder nicht passt. Ich frage mich nur, ob wir auf die Annehmlichkeiten von Web 2.0 verzichten sollten, nur weil ein paar Wahnsinnige die Fortschritte des 21. Jahrhunderts ausnutzen, um bestimmte Regionen der Welt wieder in die Steinzeit zurückzubomben.

MediaSaublöd

Der Fall Rainer Kohnen zieht weitere Kreise. Spiegel Online bzw. Frank Kerkau haben inzwischen herausgefunden, dass es der abmahnende Anwalt mit dem Urheber- und Medienrecht offenbar auf seiner eigenen Webseite selbst nicht sehr genau nimmt. Schade nur, dass Frank Kerkau die Sceenshots in einem Format abgespeichert hat, das Wordpress nicht darstellen kann.

Hoffnungsschimmer?

Eigentlich müsste die Bloggerszene jubeln: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf zum Schutz des geistigen Eigentums beschlossen, in dem u.a. auch das Abmahn-Unwesen eingedämmt werden soll. Laut Pressemitteilung des Justizministeriums darf eine Kanzlei nur noch 50 Euro für eine erste anwaltliche Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung verlangen. Zypries: “Wer keine geschäftlichen Interessen verfolgt, ist künftig gegen überzogene Abmahnkosten besser geschützt.”

Ein Hilferuf

media-bloed-sau.jpg

Man muss seine Webseite nicht gut finden, aber Rainer Kohnen aus Köln betreibt laut Impressum „eine satirische, rein private, unabhängige Website“. Nun hat er Ärger mit den Rechtsanwälten der Mediamarkt Saturn Holding bekommen. Hier sein Hilferuf. Bin mal gespannt, ob Satire und Parodie in Deutschland tatsächlich abmahnfähig ist, oder ob die Blog-Community stark genug ist, diesen juristischen Amoklauf zu stoppen.

P.S.: Rechtsanwalt Arne Trautmann hat auf Law Blog die Abmahnversuche juristisch kommentiert.

Terror 2.0 dank Web 2.0?

gmaps.jpgTerroristen nutzen offenbar Google Earth und Google Maps, um mögliche Angriffsziele im Süden Iraks zu identifizieren, schreibt ntv unter Berufung auf den Daily Telegraph. Eine gespenstische Vorstellung. Wenn das zutrifft, hilft nur noch eines: öfter umziehen. Wenn ich mit Google Earth auf mein Grundstück zoome, steht dort ein grünes Auto vor der Garage. Das habe ich vor zwei Jahren verschrottet….

Hast Du ein Problem?

dhaus1.jpgEin Buch, das man nicht unbedingt haben muss – aber andererseits eine sehr vergnügliche Plauderei über die Wohnbefindlichkeiten der Deutschen. Kapitelweise zu lesen, verkürzt die gefühlte Fahrzeit z. B. in der Straßenbahn enorm. Peter Richter, 1973 in Dresden geboren, ist in einem Plattenbau groß geworden – folglich handelt auch seine Dissertation davon. In seinem Buch schaut er den Deutschen beim Wohnen zu – vom Kinderzimmer bis zum Grab. Den Rest des Eintrags lesen »

Seuche Internet?

Na schön, ich komme etwas spät damit - aber lesenswert ist er immer noch: Ein kurzer, knackiger Leserbrief von Stefan Niggemeier zu einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung, in dem von der “Seuche Internet” die Rede ist. Wunderbar!

Abstieg

Uff, bin bei technorati auf Platz 1,58 Millionen abgerutscht. Und, vielleicht schlimmer noch: Die einzige Site, die auf meinen Blog verweist, heißt Muckraker, zu Deutsch etwa “Schlammsucher” o.ä. Wer holt mich aus meinem Jammertal heraus?

Zur Erinnerung: Ein Blog kostet keinen Kopf!

“Fürwahr, grässlich ist das Los eines Königs, der schon alles kennt, was sich kennen lässt. Hohl wie ein gesprungener Krug klingt ihm, was zu ihm gesprochen wird. Ich wünsche zu staunen und werde gelangweilt, ich begehre das Erschütternde und höre fades Gewäsch, ich fordere Außergewöhnliches, und man bietet mir platte Schmeichelei. Wisset, o weise Männer, dass ich heute meine Possenreißer und Narren wie auch Hausrat und Hofrat samt und sonders habe köpfen lassen. Euch erwartet ein gleiches Los, wenn ihr mein Gebot nicht erfüllt. Jeder erzähle mir die seltsamste Geschichte, die er weiß. Doch wenn mich einer weder lachen noch weinen macht, weder verblüfft noch ängstigt, weder belustigt noch zum Nachdenken zwingt - dann kostet ihn das seinen Kopf.”

(Stanislaw Lem: “König Globares und die Weisen.” In: Robotermärchen, Suhrkamp, 1973)

Hier nicht.

Gruß Rolf

200 Millionen verlassene Blogs?

Im mediacoffee-blog weist Klaus-Peter Frahm darauf hin, dass laut Finacial Times Deutschland der Höhepunkt der Bloggomania schon überschritten ist. Leider ist seine Überschrift total irreführend: Es gibt keine 200 Millionen Blogs, die in irgendeiner Weise verlassen oder verwaist sind. Laut der Unternehmensberatung Gartner wird sich die Zahl der Blogs 2007 weltweit bei etwa 100 Millionen einpendeln. Allerdings hätten es rund 200 Millionen Selbstdarsteller aufgegeben, eigene Blog-Beiträge zu schreiben. Und von den ca. 60 Millionen von technorati.com beobachteten Blogs seien ca. 45 Prozent seit mehr als einem Vierteljahr inaktiv. Bevor man Schlussfolgerungen daraus zieht, sollte man den ganzen Artikel in der FTD lesen…