Archive for the ‘Zettelkasten’ Category

Das eine tun, das andere nicht lassen

Sunday, December 2nd, 2007

mwolff.jpgMehr Überwachung fordern, um Kindesmisshandlung mit Todesfolge zu verhindern, und gleichzeitig gegen den Überwachungsstaat und die Vorratsdatenspeicherung protestieren – geht das? Sehr wohl, schreibt Marion Wolff in ihrem Chillout-blog. Recht hat sie!

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arp museum: Viel Architektur, wenig Arp

Sunday, October 7th, 2007

arpmuseum.jpgAn einem sonnigen Herbsttag mit knallblauem Himmel sind zwei Sujets besonders dankbare Fotomodelle: Der Laubwald und die moderne Architektur. Also sind wir los zum arp museum am Bahnhof Rolandseck am Rhein, kurz hinter dem südlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens oder andersherum im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz. Wenn die elend viel befahrene Bundesstraße B 9 nicht wäre, könnte man glatt von einem idyllischen Fleckchen sprechen. Der Bahnhof Rolandseck ist für rund sieben Millionen Euro restauriert worden, und nun erhebt sich am Hang darüber ein Neubau, der rund 24 Millionen gekostet hat und Hans Arp gewidmet ist. Der Eintritt kostet acht Euro für Erwachsene – aber die sollten nicht allzuviel Arp erwarten. Böse Zungen sagen, dafür habe das Geld nicht gereicht, aber es ist wohl eher so, dass viele seiner Werke in Privatbesitz sind und der Mann zu Lebzeiten auch nicht genug Geld hatte, seine zahllosen Formen mit Bronze ausgießen zu lassen. Nun erhebt sich ein akademischer Streit darüber, ob seine posthum ausgegossenen Formen noch echte Arp-Plastiken sind oder Repliken. Egal. Interessanter ist m. E. die Architektur von Richard Meier. Der Mann hätte sich eigentlich nach dem Bau seines Getty-Museums in Los Angeles zu Ruhe setzen können, aber hier hat er einen Traum in Weiß in die Landschaft gesetzt, mit klaren und strengen geometrischen Formen, in dem selbst blutigen Laien wie mir ganz passable Architekturfotos gelingen. Schön ist auch, dass das Personal offenbar keine Anweisungen hat, das Fotografieren zu verbieten, und schön ist auch die Terrasse des Bistrots im Bahnhof Rolandseck mit Blick auf den Rhein. Einziger Nachteil: Dort ist Nachmittags keine Sonne mehr. Aber mit diesem Manko müssen alle linksrheinischen Zeitgenossen leben. Das versuchen die natürlich, mit Spott und Häme zu kompensieren. So lächeln die linksrheinischen Kölner über die Deutzer und die Bonner über die Beueler. Manche behaupten sogar, am rechten Rheinufer begänne schon Sibirien. Nix da – bei uns scheint noch die Sonne, wenn Ihr schon längst im Dunkeln sitzt!

2.000 Euro gespart!

Monday, October 1st, 2007

fenster.jpgWas tut man an einem verregneten Ferientag? Wir haben uns das neue Richter-Fenster im Kölner Dom angesehen. Bunt, hell, freundlich – mehr fällt mir dazu nicht ein. Weshalb sich dieser orthodoxe Fundamentalist Meisner so darüber aufregt, bleibt unveständlich. Fehlen ihm die weißbärtigen Heiligen und das Jesuskindchen? Das kann es eigentlich nicht sein, denn im Dom gibt es jede Menge Fenster mit reiner Ornamentik, ohne fromme Figuren. Einen schönen Kommentar habe ich in einem Blog von einem Menschen namens Bommel gelesen: “Schönes Fenster, jetzt muss nur noch der Meisner weg, und dann isset richtig gemütlich in uns Dom!” Nach zehn Minuten waren wir wieder draußen, und da habe ich doch glatt an die 2.000 Euro gespart. In einem Schaufenster habe ich Schuhe von Tods für 395 Euro gesehen und in einem anderen einen lässigen Anzug von Ermenegildo Zegna für schlappe 1.598 Euro bewundert, aber dann doch Abstand von einem übereilten Kauf genommen. Denn eigentlich tuns noch meine Schuhe von Tchibo für 19 Euro und das Jackett von der Nachbarschaftshilfe für 8,75 Euro, zusammen also 27,75 Euro. Man muss ja keinem erzählen, wo man seine Garderobe anfertigen lässt…

Bunte Vögel am Sonntagnachmittag

Sunday, September 9th, 2007

gysi05.jpgIn Bonn kann man bisweilen am Samstag- oder Sonntagnachmittag einigen bunten Paradiesvögeln begegnen. Sie sammeln sich um 14:00 Uhr vor dem Haus der Geschichte und spazieren dann durch das ehemalige Regierungsviertel, das im Moment zur Hälfte aus einer riesigen Baugrube besteht, und geben Anekdoten aus ihrer Zeit in Bonn von sich. Das Ganze nennt sich “Wege der Demokratie” und wird vom SPD-MdB Uli Kelber organisiert. Wo sonst kann man schon mal Peer Steinbrück im kurzärmeligen Hemd und mit Hosenträgern sehen? Heute war Gregor G. aus B. dran. Man kann von ihm politisch halten was man will, aber auf den Mund gefallen ist der bestimmt nicht.

Schulreifetests bei Lidl?

Monday, July 23rd, 2007

marion.jpg Marion Wolff, die gute Seele der Deutsche-Welle-Produktionsstudios, hat in ihrem Chillout-Blog manchmal Albträume

Second Life? Brauch´ ich nicht!

Tuesday, May 8th, 2007

Es gibt Dinge, ohne die man notfalls auch leben kann. Wer am Dienstag, den 8. Mai bei Google “Second Life” UND Kinderpornografie eingegeben hat, bekam die Auswahl von rund 576.000 Links zu der Entdeckung zweier ARD-Reporter, dass es in der virtuellen Welt von SL genau so zugeht wie im richtigen Leben. Vor rund zwei Monaten entdeckten die Medien in Deutschland Second Life, ein regelrechter Hype entstand, und man traute sich fast gar nicht zu sagen, dass einem dieser Quatsch am Allerwertesten vorbeigeht (der Rheinländer würde sagen: “Ist für mich persönlich uninteressant.”) Mannomann – es fehlt nur noch die philosophische Abhandlung (na, keine Lust, Herr Sloterdijk?) über die grandiose Chance, in der virtuellen Welt alles neu und selbstverständlich auch alles besser zu machen. Nix is. Im Gegenteil. Spätestens wenn Mercedes-Benz sein C-Klasse Modell in Second Life platziert und die Kirchen versuchen, ebendort virtuelle Gemeinden zu gründen, ist es Zeit, Reißaus zu nehmen. Je mehr Idioten sich in der virtuellen Welt tummeln. desto ähnlicher wird sie der realen Welt, die bekanntlich auch voller Idioten steckt. Wozu brauche ich also Second Life? Reine Zeitverschwendung.

Oettinger hat recht!

Friday, April 20th, 2007

Köstlich: Baden-Württembergs Ministerpräsident Günter Oettinger ist bislang nicht aufgefallen, weil sein Ländle auch ohne ihn dank Porsche und Daimler (ohne Chrysler) bestens funkltioniert. Folglich kann er nicht viel falsch machen, es sei denn, er macht den Mund auf. Der Mann bezeichnet Ex-MP Hans Filbinger als heimlichen Widertsandskämpfer in der NS-Zeit. Kanzlerin Merkel ruft ihn zur Ordnung, und der Mann leistet Abbitte. Warum eigentlich? Harald Martenstein weist in der “Zeit”, Nr. 17, Seite 61 nach, dass Adolf Hitler im Grunde selbst ein Widerstandskämpfer war und sich folglich der NS-Marinerichter Hans Filbinger in guter Gesellschaft befand! Unbedingt lesen!

Wort oder Bild?

Tuesday, February 13th, 2007
stift.jpg
Das beschäftigt mich schon lange: Arbeite ich in einem Medium, das überhaupt noch ernst genommen wird, oder hat das Radio den Wettbewerb mit dem Fernsehen nicht schon längst verloren? Wenn ich im Studio bin und habe eine Eilmeldung auf dem Schirm, die von mindestens einer weiteren Agentur ebenfalls verbreitet wird, kann ich das über den Sender geben – quasi in Echtzeit. Das Fernsehen braucht da etwas länger. Und überhaupt: Für mich ist Fernsehen assioziatives Gestammel zu bunten Bildern. Der Rezipient glaubt, informiert zu sein, hat aber nur irgendwelche Bilder gesehen – der Inhalt der Nachricht selbst bleibt selten haften. Andererseits blicken TV-Kollegen milde lächelnd auf mich herab und sagen: “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte”. (more…)

Zurückblättern lohnt sich…

Monday, February 5th, 2007

Kann sein, dass überhaupt keiner in meinen Blog guckt. Kann aber auch sein, dass zufällig der letzte, oben stehende Erguss aus meinen Tasten ( früher sagte man “aus meiner Feder” ) nicht interessiert. Na ja, da kann man doch nach unten scrollen, oder?

Hast Du ein Problem?

Friday, January 19th, 2007

dhaus1.jpgEin Buch, das man nicht unbedingt haben muss – aber andererseits eine sehr vergnügliche Plauderei über die Wohnbefindlichkeiten der Deutschen. Kapitelweise zu lesen, verkürzt die gefühlte Fahrzeit z. B. in der Straßenbahn enorm. Peter Richter, 1973 in Dresden geboren, ist in einem Plattenbau groß geworden – folglich handelt auch seine Dissertation davon. In seinem Buch schaut er den Deutschen beim Wohnen zu – vom Kinderzimmer bis zum Grab. (more…)