Archive for the ‘Manager und Ethik’ Category

Al Gore tingelt und kassiert

Tuesday, October 23rd, 2007

al-halo-gore.gifSeit Monaten reist Al Gore um die Welt, um die Menschheit vor den Folgen des Klimawandels zu warnen. Heute war er erstmals als Friedensnobelpreisträger in Berlin. Erst traf er Angela Merkel, danach hielt er einen Vortrag er auf dem Klimakongress des Energiekonzerns EnBW. Doch Journalisten durften nicht über den Vortrag berichten. Nur aus dem etwa fünfminütigen Eingangsstatement durfte zitiert werden – danach mussten Kamerateams und Fotografen die Veranstaltung verlassen oder ihre Gerätschaften außerhalb des Vortragsaals abgeben. Ein Vortrag unter Ausschluss der Öffentlichkeit? „Aus urheberrechtlichen Gründen“, erklärt der Veranstalter. Denn Al Gore lässt sich seine Wahrheiten teuer bezahlen, man spricht von 180.000 Euro. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt! Allerdings wurde inzwischen bekannt, dass Gore seine Gage “zu 100 Prozent” einer Stiftung spenden will.

Zweifelhaftes Foto des Jahres

Wednesday, February 28th, 2007

Charlotte hat auf einen interessanten Artikel in der Online-Ausgabe der “Berliner Zeitung” zur Genesis des Fotos des Jahres hingewiesen. Ein Foto hat nur Chancen, zum “World Press Photo of the Year” zu werden, wenn es eine eine starke Aussage hat, wenn es einen Sachverhalt so verdichtet, dass jeder auf den ersten Blick sagt: Wow, so isses! Bei den Milliarden von Fotos, die täglich auf diesem Planeten geschossen werden, kommt das nur sehr selten vor. Klar, dass da der Anreiz besteht, ein bisschen nachzuhelfen. Entweder, indem man die Umstände des Zustandekommens verschleiert (was wie ein Schnappschuss aussieht, ist oft kunstvoll arrangiert etc.) – oder Photoshop bemüht. Ein Foto, zumal ein digitales, sagt deshalb oft mehr über den Retuschekünstler aus als über die Wirklichkeit. Trotzdem werden die Menschen immer noch dem glauben, was sie mit eigenen Augen gesehen haben – weil sie meinen, sie hätten die Wirklichkeit gesehen.

MediaSaublöd

Tuesday, January 30th, 2007

Der Fall Rainer Kohnen zieht weitere Kreise. Spiegel Online bzw. Frank Kerkau haben inzwischen herausgefunden, dass es der abmahnende Anwalt mit dem Urheber- und Medienrecht offenbar auf seiner eigenen Webseite selbst nicht sehr genau nimmt. Schade nur, dass Frank Kerkau die Sceenshots in einem Format abgespeichert hat, das WordPress nicht darstellen kann.

Milton Friedman: de mortuis nihil nisi bene

Saturday, November 18th, 2006

Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman ist im Alter von 94 Jahren in San Francisco gestorben. Konservative und liberale Wirtschaftswissenschaftler haben ihn als den einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts bezeichnet, der in einem Atemzug mit Giganten wie John Manyard Keynes und Paul Samuelson genannt werden müsse. Ich habe mit dem Mann so meine Schwierigkeiten. Denn für meine Begriffe ist er für sehr viel Elend in der Welt, auch in Deutschland, indirekt verantwortlich. (more…)

T wie Trauerspiel – vor zehn Jahren ging die Telekom an die Börse

Saturday, November 18th, 2006

Ja ja, es war einmal.. Wer diese traurige Geschichte noch mal nachvollziehen will: bitteschön!

Ricke – das Bauernopfer

Sunday, November 12th, 2006

Nun hat es also Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke doch noch erwischt. Das war abzusehen, denn er hat nicht verhindern können, dass sich die Festnetzkunden millionenfach von den Telekomikern abwenden und zu preiswerteren Anbietern wechseln. Der Laden ist schlicht und einfach zu groß und zu unbeweglich. Ricke wird geopfert, aber sein Nachfolger Obermann wird es kaum besser machen können. DSL-flat und Festnetztelefonie flat für 35 Euro im Monat – das ist die Sprache, die Kunden verstehen. Und solange die Telekom diese Sprache nicht spricht, kann der Mann an der Spitze heißen wie er will – er wird den Exodus der Kunden nicht stoppen können. (more…)

Manager und Moral

Sunday, October 29th, 2006
So, wie es aussieht, steht der deutschen Wirtschaft eine neue Moraldebatte ins Haus. Die Wochenenden benutzen Poltiker gerne, um sich in den Sonntagszeitungen mit markigen Sprüchen zu Wort zu melden, in der Hoffnung, noch am Montag die politische Debatte in Berlin zu bestimmen, wenn dort der parlamentarische Alltag wieder beginnt. An diesem Wochenende (28./29. Oktober) haben, gefragt oder ungefragt, Politiker von Union und SPD die unethische Profitgier einiger deutscher Konzerne kritisiert. Ziemlich scheinheilig, wie ich finde.