Verfasser-Archiv

Das Original der Business-Networks will nach Deutschland

LinkedIn plant seinen Deutschland-Eintritt für Ende 2008, erklärt Reid Hoffmann – also einer der Gründer höchst persönlich - in der heute erschienen “Tomorrow”. Wirklich neu an dieser Meldung ist eigentlich nur das Datum, denn ein Deutschland-Start wurde bereits Anfang des Jahres in der FAZ angekündigt und im Juni konnte man von einer 53 Mio Dollar schweren Finanzspritze lesen, die das Unternehmen in die Expansion in Europa pumpen will (kress.de vom 18. Juni 2008). Doch immer wieder erhitzen sich die Spekulationen, ob sich LinkedIn hierzulande gegen Xings durchsetzen kann. Nachgegangen wird vor allem der Frage „Was hat LinkedIn, was Xings nicht schon längst hätte?“. Will man den gegebenen Antworten Glauben schenken, so dürfte es eigentlich keine gravierenden Unterschiede geben: Beide richten sich an Leute, die sich vernetzten möchten und bieten ihnen ähnliche Services. Es gibt also keinen USP (unique selling proposition) seitens LinkedIn? Ich meine doch. Den Rest des Eintrags lesen »

„Classic Hits are Buried“

Ich kam zum Lesen, sah das neue Design dieses Blogs und erinnerte mich an Jakob Nielsens Top 10 Fehler-Liste zur Blog-Usability aus dem Jahre 2005. Diese Liste ist ebenso schnell (unter http://www.useit.com/alertbox/ ) gelesen wie Blogs damit vernichtend beurteilt – doch stimmt der 10-Punkte-Katalog noch? Steigende Nutzerzahlen könnten ja darauf hinweisen, dass so manche der früher angemahnten Unzulänglichkeiten heute längst kein Problem mehr sind. Ein Hinweis von Nielsen finde ich aber auch für den wenkelblog zutreffend, nämlich Punkt 5 „Classic Hits are Buried“. Anders formuliert: Gute Blogartikel sollten langfristig sichtbar bleiben, entweder in Form einer speziellen Liste oder als Verlinkung von aktuellen Artikeln auf die „Evergreens”.

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Studie: Radio-Communities

Eine Studie der TU Berlin/Steinbeis University kommt zu dem Schluss, dass sich kein Medium so gut für die Vernetzung mit dem Internet eigne wie das Radio und die lange Tradition der Hörerclubs den Radiosendern im Web beste Startvoraussetzungen für Communities biete. Mehr Informationen auf www.radiozentrale.de

Ausstellung „Köln progressiv“ im Museum Ludwig

canox5v8.jpgDie Künstlergruppe “Kölner Progressiven” wurde mehrfach wieder entdeckt: Zunächst von den 68ern und heute von der Amerikanerin Lynette Roth. Präsentiert werden rund 50 Bilder und 90 Grafiken von Heinrich Hoerle, Franz Seiwert und Gerd Arntz aus den 20er Jahren. In dem ihnen völlig eigenem (kon-)strukturalistischen Stil zeigen Ihre Arbeiten Antagonismen im Kapitalismus: Dem Gegensatz zwischen arm und reich, zwischen oben und unten, zwischen Proletariat und Kapital, zwischen Prostitution und Freier, zwischen Objekt und Subjekt in der Photografie … Ihr Interesse gilt - inhaltlich wie künstlerisch – der Darstellung des Strukturellen und nicht dem individuellem Erleben oder der persönlichen Portraitierung wie etwa bei Otto Dix und Georg Grosz. Es ist eine außerordentlich sehenswerte Ausstellung, zu der die Kuratorin aus Baltimore uns (Rheinländer) bis zum 15.6. die Türe geöffnet hat.

Bee Movie – eine etwas andere Geschichte

Jungbiene Barry B. Benson hat gerade das College absolviert. Nun winkt ihm eine Karriere bei – nein, nicht bei Honex, sonderen bei Swarm Creativity! Die verstehen sich nämlich bestens auf das coolhunting und coolfarming und haben im Frühjahr ein Buch zur (Schwarm-) Kreativität von sozialen Netzwerken veröffentlicht. (Peter A. Gloor, Scott M. Cooper, 2007: Coolhunting. Chasing Down The Next Big Thing, Amacom)
Darin erläutern sie, wie man mit Hilfe der sozialen Netzwerkanalyse Trends identifiziert und via Web 2.0 zu Innovationen weiterentwickelt: Summ, summ, summ, Bienchen summ herum.
Nein, ernsthaft: es lohnt sich reinzuschauen (www.swarmcreativity.net). Denn immerhin haben das auch Unternehmen wie IBM oder die Telekom getan und Peter A. Gloor im September eingeladen (www.future-network.at).

Second Life: Wie kommt T-Com in die Top-Twenty?

Die Antwort aus dem schon älteren Newsletter der Absatzwirtschaft vom 18.07. ist einfach: Durch Geld: „T-Com bezahlt das Verweilen auf einer Liegematte ebenso wie die paar Minuten Tanz. Da der reale Wert des Honorars gering ist, bleibt die Investition überschaubar. So rückt sich der Konzern ins Blickfeld der Second-Life-Community, erhöht die Reichweite und platziert die eigene Marke prominent in der 3-D-Welt.“

Websuche und Ergebnis auf netzwerkanalytisch

Eine tolle Suchmaschine diese KartOO (http://www.kartoo.com/)! Du gibst wie gewohnt deinen Suchbegriff ein und als Ergebnis bekommst du eine Karte. Ich habe da nach „wenkelblog.com“ suchen lassen …

Studie analysiert Blogger

Die „Blogstudie 2007“ wurde vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig (Prof. Dr. Ansgar Zerfaß, Janine Bogosyan) mit Unterstützung der Suchmaschine Ask.com als selbstselektive Online-Umfrage durchgeführt. Im Zeitraum vom 06. bis 30.12.2006 beteiligten sich insgesamt 605 Nutzer an der Umfrage. Demnach meinen gut die Hälfte der Blognutzer (55,4%), dass Bloginhalte Einfluss auf die öffentliche Meinung haben und fast ebenso viele (53,8%) behaupten sogar, dass Blogs gesellschaftliche Veränderungen bewirken können. 41,1% widersprechen dem (5,1% enthielten sich).
Den Grund für diese unterschiedliche Wahrnehmung vermutet Prof. Dr. Ansgar Zerfaß und sein Team darin, dass Blogs je nach Urheber und Profil eine sehr unterschiedliche Wertigkeit haben. Aus Sicht der Befragten seien Fachblogs von Experten und Blogs von Medien/Journalisten wichtige Impulsgeber für neue Ideen, Themen und Meinungen. „Neue Themen entdecken“, „Mir eine Meinung bilden“, „Ansatzpunkte für neue Ideen finden“ – dies erwarten sich 69,3% der Befragten von Fachblogs, 62,7% von journalistischen Blogs und immerhin 56,3% von Medienblogs etablierter Zeitschriften und Sender.
Verblüffend“ finden die Wissenschaftler hingegen „das gute Abschneiden privater Blogs. Nur 12,1% der Blognutzer trauen den dort veröffentlichten Inhalten nicht.“ Sorry, aber bei manchen klickt ´s eben später.
http://www.blogstudie2007.de/inc/blogstudie2007_ergebnisbericht.pdf

Web 2.0: Eine kleine Auswahl aus 14 Tagen Dezember

Zuerst die kritischen Stimmen:
Am 13.12. veröffentlicht die  Süddeutsche Zeitung ein Interview mit Jaron Lainer, einem  renomierten Computerwissenschaflter und Pionier der “virtuellen Realität”. Nach seiner Meinung ist Web 2.0 zwar eine hervorragende Technik und damit die Fortsetzung der Internet-Technologie der frühen Jahre, doch inhaltlich sei Web 2.0 mit all seinen “sozialen Netzwerken” ein eher abstoßendes Phänomen: Blogs z.B. findet er gemein und widerlich, wenn Beiträge in der Anonymität verfasst würden. Die “Weisheit der Masse” funktioniere nur dann, “wenn das Internet genutzt würde, die in der Masse durchaus existierenden wenigen Weisen zu lokalisieren, sie zur Kooperation zu bewegen – und ein gutes Geschäft zu machen”.
Konstruktiv endet hingegen ein Beitrag des Design-Gurus und Usability-Spezialist Jakob Nielsen, auf den der Hightext-Verlag am 6.12. verweist. Nielsen zufolge sind durchschnittlich neun von zehn aller Community-Mitglieder Lurker. Um dieses krasse Missverhältnis abzuschaffen, gibt Nielsen Community-interessierten recht gute Tipps an die Hand. (http://www.useit.com/alertbox/participation_inequality.html)
Jetzt die Optimisten:
„Nur wenige Unternehmen nutzen die Zugkraft ihrer starken Marken, um Konsumenten in Marken-Communities aktiv einzubinden und zu Co-Marketern zu machen.“ Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Brand Science Institute (BSI), in der 1 500 Personen zum Potenzial verschiedener Marken zur Community-Bildung befragt wurden.
Die Studie zeige, dass Marken wie Adidas, Gala von Eduscho, Knorr, Langnese, Nivea, SAP, Smart oder TUI durchaus das Zeug zu starken Brand-Communities hätten, jedoch die meisten Unternehmen vor der mangelnden Kontrollierbarkeit offener Communities zurück schreckten. Zudem würden die Unternehmen häufig bereits an der Suche nach geeigneten Kommunikationsdienstleistern scheitern.
Zuwenig geeignete Kommunikationsdienstleister? Das muß sich auch SinnerSchrader gedacht haben und gab am 18.12. die Gründung einer auf Web 2.0 spezialisierten Unit bekannt.
Und schließlich die Verdiener:
Gerade noch rechtzeitig zum Vorweihnachtsgeschäft startet der Otto-Versand einen Geschenke-Blog, während der „Social-Commerce-Anbieter“ Dealjäger mit seiner Web-2.0-Alternative den klassischen Online-Preisvergleichsdiensten Konkurenz machen will.
Indessen kassierte OpenBC 35 Millionen Euro bei seinem Börsengang und gab sich zufrieden.