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Web 2.0: Eine kleine Auswahl aus 14 Tagen Dezember
Dieser Eintrag stammt von g.frank Am 15.12.2006 @ 19:48 In Web 2.0 | 1 Kommentar
Zuerst die kritischen Stimmen:
Am 13.12. veröffentlicht die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit Jaron Lainer, einem renomierten Computerwissenschaflter und Pionier der “virtuellen Realität”. Nach seiner Meinung ist Web 2.0 zwar eine hervorragende Technik und damit die Fortsetzung der Internet-Technologie der frühen Jahre, doch inhaltlich sei Web 2.0 mit all seinen “sozialen Netzwerken” ein eher abstoßendes Phänomen: Blogs z.B. findet er gemein und widerlich, wenn Beiträge in der Anonymität verfasst würden. Die “Weisheit der Masse” funktioniere nur dann, “wenn das Internet genutzt würde, die in der Masse durchaus existierenden wenigen Weisen zu lokalisieren, sie zur Kooperation zu bewegen – und ein gutes Geschäft zu machen”.
Konstruktiv endet hingegen ein Beitrag des Design-Gurus und Usability-Spezialist Jakob Nielsen, auf den der Hightext-Verlag am 6.12. verweist. Nielsen zufolge sind durchschnittlich neun von zehn aller Community-Mitglieder Lurker. Um dieses krasse Missverhältnis abzuschaffen, gibt [1] Nielsen Community-interessierten recht gute Tipps an die Hand. (http://www.useit.com/alertbox/participation_inequality.html)
Jetzt die Optimisten:
„Nur wenige Unternehmen nutzen die Zugkraft ihrer starken Marken, um Konsumenten in Marken-Communities aktiv einzubinden und zu Co-Marketern zu machen.“ Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Brand Science Institute (BSI), in der 1 500 Personen zum Potenzial verschiedener Marken zur Community-Bildung befragt wurden.
Die Studie zeige, dass Marken wie Adidas, Gala von Eduscho, Knorr, Langnese, Nivea, SAP, Smart oder TUI durchaus das Zeug zu starken Brand-Communities hätten, jedoch die meisten Unternehmen vor der mangelnden Kontrollierbarkeit offener Communities zurück schreckten. Zudem würden die Unternehmen häufig bereits an der Suche nach geeigneten Kommunikationsdienstleistern scheitern.
Zuwenig geeignete Kommunikationsdienstleister? Das muß sich auch SinnerSchrader gedacht haben und gab am 18.12. die Gründung einer auf Web 2.0 spezialisierten Unit bekannt.
Und schließlich die Verdiener:
Gerade noch rechtzeitig zum Vorweihnachtsgeschäft startet der Otto-Versand einen Geschenke-Blog, während der „Social-Commerce-Anbieter“ Dealjäger mit seiner Web-2.0-Alternative den klassischen Online-Preisvergleichsdiensten Konkurenz machen will.
Indessen kassierte OpenBC 35 Millionen Euro bei seinem Börsengang und gab sich zufrieden.
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[1] Nielsen Community-interessierten recht gute Tipps an die Hand: http://www.useit.com/alertbox/participation_inequality.html
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