Juhu, ich fahre Renault Twingo, rauche Gauloises Blondes und trinke Merlot Cru Burgeois für 4,49 Euro vom Aldi. Eine solche Äußerung ist in den meisten Blogs tödlich. Nicht nur, weil sich kein Mensch für meine Konsumgewohnheiten interessiert, sondern vor allem, weil Schleichwerbung nicht gut ankommt in Blogs. Wenn sie entlarvt wird, kann der Blog dicht machen. Zu Recht. Die Perspektiven von Web 2.0 sind noch nicht mal annähernd ausgelotet, da hat der Kommerz schon die Möglichkeit entdeckt, die grauenhaften Selbstbekenntnisse in der TV-Werbung (ich galube, in der Fachsprache heißt das Testimonials) durch unauffälligere Beiträge in Blogs zu ersetzen. Der US-Einzelhandelskonzern Wal Mart ist jetzt erwischt worden, Blogger für Stories bezahlt zu haben.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe nichts gegen kommerzielle Blogs. Im Gegenteil. Hier können Kunden ihre Bedürfnisse und Beschwerden äußern und umgekehrt Produktmanager manche Tipps geben, die nicht in der Bedienungsanleitung stehen. Das wäre Dialog a la Web 2.0. Ich warte zum Beispiel noch auf den Blog von Saeco. Dann würde ich diese italienischen Espressomaschinen-Künstler fragen, warum bei ihrem Modell Incanto Rondo zwei Tage nach Ablauf der Garantie das Mahlwerk zerbröselt, das laut Werbung aus verschleißfreien Keramikscheiben besteht. ….
Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Medien, Märkte, Moneten - Rolf Wenkels Blog: http://wenkelblog.com