Web 2.0: Wie glaubwürdig sind Blogs?

Juhu, ich fahre Renault Twingo, rauche Gauloises Blondes und trinke Merlot Cru Burgeois für 4,49 Euro vom Aldi. Eine solche Äußerung ist in den meisten Blogs tödlich. Nicht nur, weil sich kein Mensch für meine Konsumgewohnheiten interessiert, sondern vor allem, weil Schleichwerbung nicht gut ankommt in Blogs. Wenn sie entlarvt wird, kann der Blog dicht machen. Zu Recht. Die Perspektiven von Web 2.0 sind noch nicht mal annähernd ausgelotet, da hat der Kommerz schon die Möglichkeit entdeckt, die grauenhaften Selbstbekenntnisse in der TV-Werbung (ich galube, in der Fachsprache heißt das Testimonials) durch unauffälligere Beiträge in Blogs zu ersetzen. Der US-Einzelhandelskonzern Wal Mart ist jetzt erwischt worden, Blogger für Stories bezahlt zu haben.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich habe nichts gegen kommerzielle Blogs. Im Gegenteil. Hier können Kunden ihre Bedürfnisse und Beschwerden äußern und umgekehrt Produktmanager manche Tipps geben, die nicht in der Bedienungsanleitung stehen. Das wäre Dialog a la Web 2.0. Ich warte zum Beispiel noch auf den Blog von Saeco. Dann würde ich diese italienischen Espressomaschinen-Künstler fragen, warum bei ihrem Modell Incanto Rondo zwei Tage nach Ablauf der Garantie das Mahlwerk zerbröselt, das laut Werbung aus verschleißfreien Keramikscheiben besteht. ….

1 Antwort auf “Web 2.0: Wie glaubwürdig sind Blogs?”

  1. g.frank sagt:

    Stimme Dir völlig zu und teile auch deine Einschätzung „Die Perspektiven von Web 2.0 sind noch nicht mal annähernd ausgelotet, (…)“. Ja, und weil diese Feststellung den Nagel auf den Kopf trifft, bleibt nur eins: Loten wir ´s aus, denn Beispiele gibt es genug! Hier das erste: Usergenerierter Content wird in das klassische Geschäft integriert.

    www.klamm.de 23.11.
    Sat.1: MyVideo erhält eigene Fernsehshow
    Erst kürzlich übernahm ProSiebenSat.1 die Video-Plattform MyVideo. Bald macht Sat.1 daraus eine eigene Fernsehshow.

    Erst vor knapp drei Monaten hat ProSiebenSat.1 mit 30 Prozent an der Video-Plattform MyVideo beteiligt. Nun soll sich die Investition offenbar auch im Fernsehen bemerkbar machen. Ab dem 22. Dezember 2006 sollen kuriose oder peinliche Clips, die bisher nur im Internet zu sehen waren, in einer neuen Fernsehshow gezeigt werden.

Antwort schreiben

Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.